Geplante Bebauung in Mülheim an der Ruhr an der Grenze zu Essen-Schönebeck / Bedingrade

Bürgerversammlung

Am Mittwoch, 29. Januar 2020 findet vom 18:00 – 20:00 eine Bürgerversammulung statt.
Thema: Wirtschaftsflächenkonzept (Areal im Bereich Reuterstraße)
Ort: Evangelisches Gemeindezentrum der Markuskirchen-Gemeinde, Knappenweg 28, Mülheim an der Ruhr

Winkhauser Tal: Mülheim erwägt Umwandlung von Talbereichen in eine gewerblich-industrielle Nutzung

Noch ist die Entscheidung über die von Essen geplante Wohnbebauung von insgesamt 8 Hektar am Rand des Winkhauser Tals, der Schönebecker Schlucht, des Schlossparks und des Hexbachtals nicht gefallen. Da droht bereits das nächste Unheil für das Winkhauser Tal zwischen Mülheim-Winkhausen und Essen-Schönebeck.  Der Nachbarstadt liegt nämlich der Vorschlag ihrer Wirtschaftsförderung „Mülheim & Business“ vor, 46 Hektar Talflächen in eine gewerblich-industrielle Nutzung umzuwandeln.

Geographisch und ökologisch bildet das Winkhauser Tal eine Einheit.  Rechtlich gehört der südliche Bereich zu Mülheim, der nördliche Bereich zu Essen. Im Kernbereich südlich und nördlich des Bachlaufs ist das Gebiet sowohl auf Essener als auch auf Mülheimer Seite sogar als Naturschutzgebiet ausgewiesen.

Die Gewerbeplanungen betreffen nur die Mülheimer Seite und nicht die unter Naturschutz stehenden Flächen. Sie reichen bis in die Nähe der Essener Stadtgrenze am Bergkamp heran.

Die unterschiedliche kommunale Zugehörigkeit führt seit Jahrzehnten zu planerischen Konflikten. Während Essen im Wesentlichen die Natur erhalten und fördern will, plante Mülheim ab 1981 Gewerbegebiete, Golfplatzanlagen und Deponien.

Die aktuelle Gewerbeplanung hat ihre Vorläuferin in dem Vorhaben von 1981. Seinerzeit titelten die Borbecker Nachrichten in ihrer Ausgabe vom 17. Juli 1981: „Das hat Borbeck noch gefehlt: Stadtverwaltung Mülheim will im Winkhauser Tal Gewerbe ansiedeln.“ Schon damals sagte das von Mülheim in Auftrag gegebene Ageplan-Gutachten für Schönebeck und Borbeck für den Fall einer Realisierung des Gewerbes eine schlechtere Luftqualität voraus.

Die aktuellen Mülheimer Vorschläge stehen im Zusammenhang mit einer Gewerbeflächenentwicklung, die im künftigen Regionalplan Ruhr auch zur Deckung eines gesamtregionalen Bedarfs festgeschrieben werden soll.

Alle anderen als Grünplanungen stießen in der Vergangenheit auf den erbitterten Widerstand auch der Borbecker Bevölkerung. Wolfgang Sykorra, Karsten Fähndrich und Christian Müller, Sprecher der BI „Rettet die Schönebecker Grünflächen, sind sich einig, dass sich die Forderung nach Schutz der Siepentallandschaft auch auf die benachbarten Mülheimer Grüngebiete von Winkhauser Tal und Hexbachtal bezieht.